Slothrust – The Pact

Slothrust - The Pact - Artwork

Ganz ehrlich, kaum ein Genre regt mich aktuell so auf, wie das, was sich so Indie-Rock schimpft. Vollkommen gleich und langweilig erscheinen mir die Vertreter in Klang und Attitüde, sodass es manchmal wirklich ermüdend ist, nach den besonderen Perlen aus dieser Richtung zu suchen. Dabei bedeutet Indie doch eigentlich, abstammend vom englischen Wort „independent“, soviel wie unabhängig, wobei das bei vielen Gruppen offensichtlich nicht für die Losgelöstheit von Genre-Konventionen steht. Stattdessen rocken sie sich 40 bis 50 Minuten durch ihre Songs, meist auf einem konstanten Lärm- und Tempolevel und verkaufen das als kreative Leistung. Ausgesprochen grandios! Gott sei Dank gibt es für jede Regel auch die ein oder andere Ausnahme. Das Album „The pact“ des Trios Slothrust ist so eine und ich bin wirklich froh, darauf aufmerksam gemacht worden zu sein.

All die oben beschriebenen Vorwürfe kann man Slothrust nicht machen, denn die drei Macher besitzen den Mut nach links und rechts zu schauen und die Hörer mit Veränderungen auf ihrem inzwischen vierten Album zu überraschen. „Double down“ ist der Opener, der mich in den Strophen, ich kann mich nicht dagegen wehren, ein wenig an Lydia Lunch und ihr Projekt Big Sexy Noise erinnert. Dies liegt auch an der hier eher tieferen Stimmlage von Frontfrau Leah Wellbaum. „Peach“ ist dann einer der typischeren Vertreter des Genres, der gut nach vorn geht, bevor „Walk away“ ruhigere Töne anschlägt. Hier zeigt die Sängerin dann auch, dass sie durchaus eine Menge drauf hat, was unterschiedliche Stimmungen im Gesang angeht. „For Robin“ reißt dann völlig aus dem Klangspektrum des bisher gehörten heraus, hat nämlich einen sehr leichtfüßigen Rhythmus und dadurch ganz eigenen Charme.

„The pact“ ist ein wirlich herausragender Vertreter des Genres und zeigt, dass man mit Gitarrenrock auch mehr machen kann, als nur zu lärmen. Von Slothrust könnten sich, meiner Meinung nach, einige andere Bands gern ein Scheibchen abschneiden. Großes Kompliment, durch solche vielseitigen Produktionen verliere ich das Interesse am Indie-Rock doch nicht so schnell.

Advertisements

Viviankrist – Mirrored Dreams

cover

Viviankrist auf Bandcamp

Manchmal stolpert man im Internet über die Musik von Bands, die sich zu diesem Zeitpunkt schon längst aufgelöst haben. So erging es mir mit dem japanischen Trio Gallhammer, die eine Mischung aus den räudigsten Metalspielarten auf geniale und kompromisslose Weise präsentierten. Perfektion wurde nicht allzu groß geschrieben, ausdrucksstark sind die Stücke aber allemal.  Ich kaufte die drei offiziellen Alben, die Demo-Compilation und die Live-DVD und gab auch der Facebook-Seite einen Like, wohlwissend, dass sich dort nicht mehr allzu viel tun würde. Nun ja, und an einem Tag, als ich nun wirklich nicht damit rechnete, tauchte dort ein Post auf, der über das neue Projekt der Ex-Gallhammer-Sängerin und -Bassistin Vivian Slaughter berichtete, das sich jedoch auf völlig anderen Bahnen bewegt.

Komrpomisslos ist die Musik von Viviankrist auf jeden Fall auch. Die Stücke bewegen sich stilistisch im Bereich irgendwo zwischen experimentellen Elektrotracks und Soundcollagen, die rein instrumental daher kommen. Das aktuellste Werk der Klangkünstlerin hört auf den schönen Titel „Mirrored Dreams“ und enthält 5 Stücke. „Theme for the landing“ ist ein sehr spannendes Eröffnungsstück, das relativ verhalten beginnt und sich zu einem industriell anmutenden Höhepunkt steigert. „The fog“ verhält sich dagegen etwas übersichtlicher, während „Night Ride“ aus einer überraschend eingängigen Synthielinie besteht, über die sich chaotisch scheinende Klänge legen. Zu dem Rhythmus von „Talking breakfast“ kann man richtig gut mitgehen und mit „Spiral fall“ setzt die Musikerin einen ruhigen, aber nicht minder aufregend gestalteten Schlusspunkt.

In ihrer Wirkung pendeln die Stücke zwischen verspielten Arrangements und monolithischen Statements, zwischen düsterer Atmosphäre mit überraschend integrierten Noiseeinsätzen, aber eben auch mit wohl gesetzter Eingängigkeit, die einem Japan-Noise-Interpreten wie Merzbow meist komplett fehlen. Diese Mischung ist beeindruckend und hinterlässt bei mir einen bleibenderen Eindruck als so mancher reiner Popsong. Mit purer Eingängigkeit und Sorglosigkeit begeistern zu wollen ist kein Fehler, jedoch fehlen die Widerhaken, die verhindern, dass Stücke sofort an einem vorbei ziehen und vergessen werden. Was mir bei Viviankrist besonders gefällt, ist die Leichtigkeit der Improvisation, die immer wieder auftaucht.

Ich kann wirklich nur empfehlen, mal bei Viviankrist vorbei zu schauen, allerdings ist dieser recht experimentelle Elektro-Soundtrack wohl nicht für alle etwas. Ein kleiner Kulturschock schadet allerdings niemandem. Eine kleine Sache, die ich mir (in aller Bescheidenheit natürlich ;-)) wünschen würde, wäre, dass Vivian Slaughter, oder Eri Isaka, wie sie bürgerlich heißt, bei einigen Stücken wieder mit ihrer Stimme arbeitet. Bei Gallhammer mochte ich ihren Gesang sehr und ein bisschen vokalistischer Einsatz könnte die Tracks sicher noch spannender machen – die Grenzen noch mehr ausloten.

Bloodshed Walhalla – Ragnarok

cover

Als ich mit etwa 15 Jahren anfing Black Metal zu hören, waren es besonders norwegische Alben aus den 1990ern, die mich begeisterten. Dass es neben meinen persönlichen Lieblingen, nämlich Darkthrones „A blaze in the northern sky“ oder Mayhems „Live in Leipzig“, auch ganz andere Auslegungen dieser Musikrichtung gibt, wusste ich zwar, beschäftigt habe ich mich damit damals aber eher weniger. Mit „Ragnarok“, dem im Juli 2018 erschienenen Werk des italienischen Einmann-Projektes Bloodshed Walhalla, bietet sich mir nun eine Gelegenheit, wieder einmal einiges nachzuholen.

Dem rauen und atmosphärisch kühlen Black-Metal-Sound mischt Sänger und Instrumentalist Drakhen einige weitere Zutaten bei. Seien es die folkigen Zwischenspiele der akustischen Gitarre, die majestätischen Chöre oder die passend eingesetzten bombastischen Keyboards – all das erweitert die klangliche Tiefe der vier überlangen Stücke ungemein. Diese unterschiedlichen Elemente verwebt der musikalische Alleinherrscher in kreativen Strukturen, sodass die langen Laufzeiten gar nicht so auffallen. Lediglich der letzte Song „For my god“ ist mit seinen 27 Minuten an einigen Stellen ein bisschen zu lang geraten, was mir interessanterweise aber erst auffiel, als ich den Track einmal losgelöst von den restlichen Stücken hören wollte. Dies dürfte, wie so oft, ein positives Zeichen für die Macht eines Gesamtkunstwerkes sein. Leute, hört das Album unbedingt am Stück, erst dann entfaltet es seine wirklich großen Stärken.

„Ragnarok“ ist ein einstündiges Auf und Ab mit spannenden Momenten und einer richtig gut eingefangenen Stimmung irgendwo zwischen Erhabenheit und Härte. Wer also nach einer weiteren und nicht ganz so bekannten Alternative im kreativen Black Metal sucht, ist mit diesem Album gut beraten.

 

band

 

TG-Toneworks – Beyond scratching the surface

cover_tg-toneworks

TG-Toneworks ist das Projekt um Namensgeber Thilo Gambichler (TG), der in der Band als Gitarrist und Kreativkopf fungiert. Für das neue Album „Beyond scratching the surface“ schrieb und produzierte er mit seinen Musikern und dem Produzenten Uli Pfannmüller zehn Stücke, die ein recht homogenes Gesamtbild ergeben. Solide und gut gemachte Rocksongs, die an vielen Stellen den Balanceakt zwischen Eingängigkeit und Härte antreten und dabei auch eine recht ordentliche Figur machen, zeichnen das Gesicht der präsentierten Musik. Auch die Tatsache, dass Mastermind Gambichler drei Sänger (und eine Backroundvokalistin), die seine Texte stets melodiös interpretieren, um sich geschart hat, lässt das Gesamtwerk nicht auseinander brechen. Dafür ähneln sich die Stimmfarben der drei Männer doch zu sehr. Positiv auffällig sind die Gitarrensoli, an deren Qualität man merkt, dass der Schöpfer dieser Musik sein Instrument liebt und versteht.

Für Fans von geradliniger Rockmusik, ohne zu viele und auffällige Ecken und Kanten, ist dieses Album sicherlich eine gute Ergänzung im CD-Schrank (und im Player natürlich!). Mein persönliches Highlight findet sich übrigens erst ganz am Schluss des Albums. „The piper on the mountain of hope“ fällt vom Klang doch etwas aus der Reihe, was an den zusätzlich zur klassischen Rockband arrangierten Instrumenten liegt. Solche kleinen Besonderheiten mag ich sehr gern. Davon dürfte in kleinen Dosen gerne auch in Zukunft einiges vorhanden sein.

Ernest – En attendant la suite du passé

ernestcoverweb.771x0-is

Wenn man viel unterschiedliche Musik hört, dann schaffen es irgendwie immer weniger Bands, als besonders originell aufzufallen. Ernest jedoch gehören zu den Formationen, die genau dieses Gefühl, etwas besonderes gefunden zu haben, bei mir auslösten und das schon nach dem ersten Hören. „En attendant la suite du passé“ ist bereits Ernests zweites Album und enthält 14 Tracks, die den interessierten Hörer in eine Welt entführen, die fremd erscheint – und das liegt nicht nur daran, dass ich kein Französisch kann. 😉

Musikalisch verbinden die Musiker Elemente aus Alternative Rock, französischem Chanson und ein wenig Elektronik. Diese Stilvielfalt führt im Ergebnis zu ganz unterschiedlichen Stimmungen, die mit den Liedern erzeugt werden. Der Opener groovt nach dem geheimnisvollen Intro noch relativ entspannt vor sich hin, um im folgenden „Texte à trous“ von treibendem Rock abgelöst zu werden. „Frankensteinia“ ist, getreu dem Titel und dank des sehr passend eingesetzten Pianos ein wenig unheimlich, allerdings auf eine angenehme Art, genauso wie die alten Horrorfilme in schwarz-weiß. Für mich war das auffälligste Instrument, das immer wieder einmal auftaucht, das Banjo, welches hin und wieder sogar einen leichten, wirkungsvollen Western-Touch in die Musik bringt. Dieses abwechlungsreiche und stets überraschende Gemisch halten die charmanten Gesänge mühelos zusammen. Die Stimmen tragen einiges zu der klanglichen Atmosphäre bei, die zwar ein wenig aus der Zeit gefallen scheint, aber denoch eine muntere und lebendige Stimmung verbreitet.

Ernests Musik hat defintiv einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Frech, aber stets harmonisch zusammengemischt, bringt sie einen mit Leichtigkeit zum bewussten Zuhören und das ganz ohne sich unangenehm aufzudrängeln, wie das manche Popprodukte so tun. Ernest überzeugen stattdessen mit Können und kreativen Einfällen und das ist das, worauf es ankommt.

 

Scherbentanz – Reflektion

Scherbentanz-Reflektion-Cover

Scherbentanz, eine Band aus Regensburg, veröffentlichten vor kurzem ihr Debütalbum „Reflektion“, dessen zehn Songs sich im Fahrwasser der Neuen Deutschen Härte bewegen. Diese ist zwar streng genommen nicht mehr neu, jedoch gibt es immer wieder Künstler und Gruppen, die stilistisch in diese Richtung gehen. Eigenheiten, die bei einer Unterscheidung zwischen den unzähligen Formationen helfen könnten, finden sich meist ganz tief in den Details versteckt.

Scherbentanz mischen in ihren Stücken genretypische Synthesizersounds und tiefe Gitarrenriffs innerhalb eingängiger Liedstrukturen, die gut ins Ohr gehen und teilweise auch dort verharren. Bereits der Opener „Scherbentanz“ ist dafür ein gutes Beispiel. Die Stimme des Sängers ist mit verhältnismäßig viel Volumen ausgestattet und klingt dadurch in Verbindung mit den Texten häufig sehr pathetisch. Dies ist in diesem Kontext jedoch nichts Verwerfliches, sondern sehr passend. Auch durch diese Art des Gesangs und durch die eher weichere Produktion würde ich die Musik auch eher in den Dark- Rock-Bereich einordnen.

Luft nach oben ist natürlich immer, jedoch kredenzen Scherbentanz ihrem (wachsenden) Hörerkreis ein sehr ansprechendes Debütalbum. Etwas mehr Abwechslung in den Arrangements würde ich mir persönlich noch wünschen. Doch so etwas kommt ja mit der Zeit.

Huyghend – H1

Huyghend_H1_Cover

Huyghend ist ein Musikerkollektiv, das aus sehr unterschiedlichen Charakteren besteht. Unter anderem sind dabei der Filmmusikkomponist Simon Waskow, Horrorfilmregisseur Tilman Singer und der Eventmanager Thomas Meckel. So divers die Personen hinter diesem acht Tracks beinhaltenden Debütalbum sind, so abwechslungsreich ist auch das hörbare Ergebnis der Produktionsarbeit.

Grob kann man Huyghends Stil als elektronisch geprägten Indie-Pop mit einer spannenden Lo-Fi-Attitüde  bezeichnen. Teilweise klingt der Sound etwas improvisiert, gerade was so manchen Effekt auf dem Gesang angeht. Besonders gut ist dies hörbar im ersten Track „Young guns“, der sich aus einer Soundcollage zu einem gemächlichen Popsong entwickelt. Schnell und geradeaus ist auf „H1“ generell selten etwas. Die Stücke lassen sich allesamt Zeit in ihrer Entwicklung, was einerseits zu einer eher entspannten Atmosphäre führt, andererseits aber auch dem Hörer etwas Konzentration abverlangt. Denn nur so entgeht ihm auch wirklich kein Detail dieses Klanggebräus. Der 9-minütige Abschluss „Mexico“ ist auch gleichzeitig mein persönlicher Höhepunkt des Albums und geleitet den Hörer als stimmungsmäßigen Bruch etwas temporeicher aus dem Gesamtwerk.

Wer also etwas versponnene und experimentelle Popmusik zu schätzen weiß, sollte hier ruhig einmal ein Ohr riskieren. Die Stücke sind definitiv anders als das, was man sonst häufig serviert bekommt, nämlich etwas sperrig und damit auch mit einer längeren Haltbarkeit gesegnet.

24/7 Diva Heaven – Superslide

247divaheaven_kartontasche_juli2018_RZ

VÖ: 06.09.2018

Richtig gute Laune machte mir die Debüt-Veröffentlichung der drei Musikerinnen von 24/7 Diva Heaven schon nach dem ersten Hören. Auf „Superslide“ befinden sich fünf Songs, die von einem trashig-punkigen Garagensound geprägt sind. Das Schlagzeug treibt, die Gitarre schraddelt so richtig schön nach Oldschoolart vor sich hin und die Sängerin setzt mit ihrem rotzigen Stimmeinsatz noch das Sahnehäubchen auf dieses durchweg gelungene Gemisch. Natürlich sind die Stücke nicht besonders komplex komponiert, aber solche Art von Rockmusik braucht das auch nicht, sondern vor allem eines: Energie. Und die wird von den drei Damen echt gut herübergebracht. Live funktioniert das Ganze mit Sicherheit noch besser.

Meine persönlichen Favoriten sind auf jeden Fall der gnadenlos mitreißende Opener „Doctor touch“ und das kurze, dafür aber umso heftigere „No. 1“. Genauso kompromisslos und dreckig wünsche ich mir das eben gelegentlich! 😉

Für alle Fans des 80er-angehauchten Punkrocksounds, der mit einer echt starken Frauenstimme, von denen es damals ja auch einige gab, daher kommt, ist „Superslide“ wirklich zu empfehlen. Ehrlich, rauh und direkt produziert schlagen die Stücke rücksichtslos ein und bleiben genau dadurch hartnäckig im Gedächtnis.

Diva Heaven

Solitary Experiments – Crash & Burn

821050

Bevor Solitary Experiments sich im Herbst mit einem neuen Album zurückmelden werden, präsentieren sie mit der EP „Crash & Burn“ einen gelungenen Appetizer. Schon mit dem Titelsong machen Dennis Schober und Co. alles richtig und setzen auf ihr bekanntes und beliebtes Erfolgsrezept aus tanzbaren, nicht zu harten Rhythmen und eingängigen Melodien. Als Gastsängerin veredelt Thea F. Thime von Ashbury Heights den Refrain auf sehr gelungene Weise. „Anachron“ ist ein atmosphärisch schönes Instrumentalstück und mit den Versionen von „I am“ befindet sich auch der Beitrag vom „Electroscope Vol. 8“-Sampler auf diesem, auf 1000 Stück limitierten, Tonträger.  Unter den Remixern befinden sich bekannte Namen, wie [:SITD:], Assemblage 23 und Neuroticfish, die gewohnte Arbeit verrichten. Das heißt im Klartext zwar, dass über die gesamte Spielzeit der EP hochwertige, tanzbare Kost geboten wird, die Überraschungen jedoch ausbleiben. Fans von Solitary Experiments können sich jedoch auf den Herbst freuen, denn diese Gruppe ist dafür bekannt abzuliefern und so wie das Material hier klingt, ändert sich daran auch in Zukunft nichts.

111683

Karapatakis, Hildenbrand, Spyridakis – Nenemia

cover_hi

Das Cover des Albums „Nenemia“ vermittelt Weite, Fernweh und Reisefieber. In Gedanken mit der Möwe gemeinsam zum Flug über das Meer starten, das geht mit der Instrumentalmusik der drei Künstler, die sich passenderweise auf ihren Reisen durch die verschiedenen Musikkulturen der Welt kennengelernt haben. Bassist Gabriel Karapatakis aus Zypern, Gitarrist Hub Hildenbrand aus Deutschland und der Grieche Zacharias Spyridakis, der die Kretische Lyra spielt. Bei letzterem Instrument handelt es sich um eine Laute, die mit einem Bogen gespielt wird, ein typischer Vertreter in der griechischen Volksmusik.

Ich finde es immer faszinierend, wenn mit auffallend wenig Mitteln eine musikalisch dichte Atmosphäre erzeugt wird. Diesem Trio gelingt das sehr gut. Die Stücke sind durchweg angenehm zu hören, da die drei sehr gut harmonisieren und trotz der reduzierten Mittel für Abwechslung innerhalb der Arrangements gesorgt ist.

Für Menschen, die sich von Musik gerne in die eigenen Gedankenwelt entführen lassen wollen oder auch einfach nur Entspannung suchen, ist „Nenemia“ ein sehr gutes und professionell umgesetztes Gesamtwerk geworden.