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Monsters of Liedermaching – das sind sechs Songwriter, die bereits seit 14 Jahren gemeinsam Konzerte geben und auch schon einige Livealben veröffentlicht haben. Nun liegt mit „Für Alle“ ihr erstes Studiowerk vor und es ist genau das heraus gekommen, was man sich erwarten kann, wenn mehrere Individualisten ihre Stücke auf einer CD verewigen.

Die 19 Lieder werden von dem punkig angehauchten „Scheiß CD“ eröffnet. Mit rauer Stimme und schnellem Rhythmus erzählt man hier von dem Dilemma eines jeden Künstlers, der sich weiterentwickeln möchte und dabei stets mit enttäuschten Fanerwartungen zu kämpfen hat. Der Text trieft nur so vor Sarkasmus und ist für mich aufgrund seiner Aggressivität der wohl herausstechendste Song. Die anderen Kompositionen wirken da schon ausgeglichener, jedoch nicht weniger abwechslungsreich. Sei es das charmante und angenehm schlicht instrumentierte „Nur mit dir“, das flottere und durchweg witzig getextete „Katz und Hund“ oder auch die kurze und knackige Gesellschaftskritik in „Institut“. Letzteres ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Monsters es schaffen, den Hörer mit ihrer Musik zu fesseln. Es ist die Stärke, Themen direkt aus dem Leben zu greifen und trotzdem nicht daran zu verzweifeln, sondern stets mit einem Feixen im Gesicht mit den Ärgernissen des Alltags umzugehen. Das ist vielleicht nicht immer angebracht, jedoch hilft es auch keinem, wenn wir langsam aber sicher alle depressiv werden. Diese nicht aufgesetzt wirkende und somit ehrliche Attitüde macht „Für Alle“ zu einem wahren Genuss.

MOL-20172 by florian berger       Fotografie: Florian Berger

Rein musikalisch ist es bei dieser Fülle an Tracks und an Abwechlung im Stil so, dass einem vielleicht nicht alle Stücke gleich gut gefallen. Das würde ich jedoch nicht als wirkliches Manko bezeichnen, denn ganz im Sinne des Albumtitels, ist dies dafür wirklich mal ein Album auf dem „Für Alle“ etwas dabei ist. Was die Platte zusammenhält, sind die intelligenten deutschsprachigen Texte und der Geist des Handgemachten. Wer so etwas sucht und dabei nicht unbedingt unter musikalischen Scheuklappen leidet, der ist mit diesem Album auf jeden Fall gut beraten.

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