Vomito Front Cover

Die Bezeichnung „Dark Elektro“ hat für mich immer einen bitteren Beigeschmack. Die verwendeteten Stilmittel sind meist inspirationslos zusammengewürfelt, der Gesang ist – soweit vorhanden – meist, scheinbar völlig wahllos, bis zum absoluten Limit mit Effekten zugeballert. Dem ersten Höreindruck folgend könnte man diese Bewertung auch auf das neue Album der Belgier anwenden, doch das würde den Machern Gin Devo und Sven Kadanza nicht gerecht werden.

Im Gegensatz zu vielen jüngeren Projekten aus diesem Genre versuchte man auf „Black Plague“ nämlich für eine gewisse Abwechslung zu sorgen. Die neun Stücke pendeln stimmungsmäßig zwischen rhythmusorientierten, stampfenden Songs und langsameren, fast schon soundscapeartigen Geräuschkulissen, die eine ganz eigene morbide Atmosphäre verbreiten. Alle Tracks vereint ein wunderbarer Oldschoolsound; das Alter, das das Projekt schon erreicht hat, hört man auf eine positive Weise heraus. Die Musiker nutzten zur Produktion viele analoge Instrumente, denen diese Stimmung wohl ebenso zu verdanken ist. Altmodisch zu sein, lohnt sich manchmal eben doch.

Als gute Alternative zum aktuellen BumBum-Elektro, der auch die düstere Synthie-Musik immer mehr für sich einnimmt, eignet sich „Black Plague“ hervorragend. Manche mögen einwenden wollen, dass wir hier nichts bahnbrechend Neues zu hören bekommen, aber nicht jeder Fortschritt ist gut und ein Rückgriff auf alte Mittel ist nicht nur für Nostalgiker der älteren Generation schön.

Vomito Pic. 1

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