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Eine interessante Mischung präsentiert die Band Eigensinn auf ihrem inzwischen dritten Album „Persona Non Grata“. Eher rockige Gitarrenriffs und treibendes Schlagzeugspiel verbinden sich mit einerseits sphärischen und andererseits krachigen, tanzbaren Elektroelementen zu einem Stil, den man am besten wohl als düsteren Industrial-Rock bezeichnet. Hinzu kommt die kraftvolle Stimme der Frontfrau Nemesis, die irgendwo zwischen Märchenhexe und explosiven Protestlauten pendelt.

Eröffnet wird das Album mit dem Stück „Zombie“, das musikalisch gut nach vorn geht und dank der ausgewogenen Produktion der natürlichen und elektronischen Elemente auch fähig ist eine spannende Stimmung zu erzeugen. Nemesis präsentiert sich in den Strophen eher zurückhaltend, was mir nicht so gut gefallen hat, da der Track dadurch unnötig sperrig wird. Der Refrain ist dagegen zwar deutlich stärker, bleibt aber auch nicht wirklich hängen. Lied Nummer 2, der Titelsong, begeistert mich da schon mehr, die Sprachsamples unterstützen diesen peitschenden Protestsong zusätzlich und der Refrain macht Spaß. „Die Waldfee“ ist rein inhaltlich etwas anders aufgebaut. Fast schon in Form eines morbiden Märchens kommt die Lyrik daher und wird in den Strophen sehr passend stimmlich performed. Der Chorus „Hola, die Waldfee!“ ist ziemlich catchy; etwas mehr Worte hätten allerdings nicht geschadet, so wirkt es nach mehrmaligem Hören eher langweilig. Positiv hervorzuheben ist das hymnisch-balladeske Stück „Aurora B“, welches im Gegensatz zu den eher geradlinigen Krachern wesentlich interessanter und facettenreicher daherkommt und das abschließende Klavierstück „Caldera“, das in seinem minimalistischen Gewand überrascht.

„Persona Non Grata“ lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Rein produktionstechnisch sind die Stücke auf sehr hohem Niveau, wogegen die Songs selbst kompositorisch nicht immer Glanzstücke sind. Zu oft werden bekannte Schemata wiederholt und richtig packende Melodien, die auch mit den Texten Hand in Hand funktionieren, sind leider eher selten. Was mich wirklich überzeugt, ist die Stimme von Nemesis, die ein paar äußerst mitreißende Momente erzeugen kann und mir auch von der rauen Stimmfarbe her sehr gut gefällt. Ein Grund für mich, die Band trotz dieses durchschnittlichen, aber soliden Gesamteindrucks weiter zu verfolgen.

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