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Hinter dem Namen Gentlemen.Music verbergen sich die beiden Ur-Frankfurter Musiker Harald Andres und Werner Littau, die beide bereits auf eine lange Karriere zurückschauen können. Beide hatten, besonders in den 80er-Jahren Erfolge zu verzeichnen und haben sich nun zusammengetan, um die anfangs rein akustischen Kompostionen von Sänger und Gitarrist Andres mit aus Keyboards stammenden Sounds zu veredeln. „Handmade meets High-Tech“ oder, wie es so schön im Booklet geschrieben steht: „Was man sieht, sind zwei Gentlemen, was man hört ist eine ganze ‚Gentleband‘.“ Nun, besser kann man das Konzept eigentlich nicht auf den Punkt bringen.

Ich muss gestehen, vom ersten Stück „Caged“ war ich nicht besonders angetan, denn unter einer gelungenen Mischung aus handgemachter Singer/Songwriter-MusPressefoto-Gentlemen.Musicik und elektronisch erzeugtem Big-Band-Klang hatte ich mir etwas anderes vorgestellt. Was ich hörte, klang, als wäre das Handgemachte beim Arrangieren ein wenig auf der Strecke geblieben, denn die Keyboards sind doch sehr dominant, obwohl die Melodie mir doch eigentlich ganz gut gefällt. Der Opener ist nach den folgenden Chancen, die ich dem Album gab, für mich persönlich immer noch das schwächste Lied, gemeinsam mit einigen anderen Tracks, mit denen ich das gleiche Problem hatte. Die angekündigte Mischung schien mir an manchen Stellen einfach nicht ausgewogen zu sein. Doch andere Stücke sind dafür umso besser gelungen. „Blue collar blues“ zum Beispiel profitiert von den dominierenden Bläserklängen, genauso wie das stilistisch ähnliche „A new start“. Besonders gut gefallen mir allerdings Balladen, wie „Daddy“ oder „Distant protection“, bei denen die Gitarre dann auch, so wie ich mir das anfangs gewünscht hatte, ihren Platz bekommt. Ein stimmungsmäßiger Ausreißer ist mit „Lisa“ vertreten, wo die künstlichen Bläser in Verbindung mit dem rauen Gesang ordentlich Druck nach vorn machen. Ja, da kommt richtig Spaß auf!

Mein anfängliche eher ablehnende Haltung, hat sich nach einigen Hördurchläufen etwas gemildert. Für mich persönlich, ist das Album nichts für den täglichen Gebrauch, nichts, was ich immer hören könnte. Trotzdem enthält „Footprints“ ein paar wirklich gelungene Songs, die wirklich Spaß machen können.

 

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