Afsky Cover

Erschienen bei Vendetta Records (Bandcamp)

Afsky (dänisch für „Abscheu“) ist ein Ein-Mann-Unternehmen, das von dem Kopenhagener Ole Luk ins Leben gerufen wurde. Am 9. März diesen Jahres veröffentlichte er, nach einer EP und einer Single, das erste Langspielalbum mit dem Titel „Sorg“ („Trauer“), dessen Titel programmatisch für die Stimmung der Musik steht. Black Metal aus dem hohen Norden klingt für mich persönlich immer etwas kälter als alles andere aus der Richtung und der Mastermind hinter Afsky zieht in dieser Hinsicht auch wirklich alle Register. Die eintönigen Gitarrenriffs verbreiten eine klirrende Athmosphäre, auf der sich die eingewobenen Melodien wie kleine Eiszapfen niederlassen. Das Klangbild ist, wie sich das für Black Metal gehört nicht auf eine glatte Produktion ausgelegt, sondern durchgehend rau und kantig. Spannend wird dieses Gebräu besonders dann, wenn Luk mit folkloristischen Einflüssen experimentiert. Für die Produktion von „Sorg“ hat sich der Komponist nämlich Verstärkung geholt. Die, in den letzten Jahren auch nicht unbekannt gebliebene, Künstlerin Amalie Bruun (Myrkur) spielte auf einigen Stücken die sogenannte Schlüsselgeige (Nyckelharpa) und bei dem siebten Titel „Oh måneløse nat“ ist sie auch stimmlich zu hören, was ein gelungener Kontrast zu Ole Luks verzweifeltem Kreischen ist. Diese akustischen Elemente dürften aus meiner Sicht gern noch etwas mehr zum Tragen kommen, da sie, richtig eingesetzt, dem Sound noch etwas mehr Tiefe und Abwechlung geben könnten. Denn am Schluss bleibt dieses Album vor allem eines; ein Werk, das Stimmung erzeugen will. Genau dabei schätze ich bei Künstlern immer den Mut zum Experiment, an dem es im depressiven Black Metal bei vielen Projekten hin und wieder leider etwas mangelt. In dieser Hinsicht gehört dieses Album für mich zu den besseren Neuerscheinungen aus dieser Richtung, denn das Potential, um kreativ gestalteten und athmosphärisch dichten Black Metal zu schreiben und zu arrangieren, ist auf jeden Fall hörbar. Da ist zwar sicher noch Luft nach oben; dieses Werk ist aber schon einmal ein guter Anfang.

Afsky bandfoto 2

 

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