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Die aktuelle CD der österreichischen Band Kreisky hat es nun auf meinen Schreibtisch und in meinen Player verschlagen. „Blitz“ nennt sich die ganze Angelegenheit und ist das fünfte Studioalbum der seit 2005 existierenden Indie-Rock-Kombo.

Dieses Album setzt sich aus 10 Liedern zusammen, nach deren Hörgenuss man sich erst einmal wie nach einem akustischen Vergeltungsschlag gegen einfach alles fühlt. In den Texten wird mit einigem abgerechnet. Gleich Im Opener „Bauch Bein Po“ verlässt der Erzähler seine Partnerin, nicht ohne genau aufzuschlüsseln, wie er sich die Gütertrennung denn so vorstellt. In „Ein braves Pferd“ wird erklärt, warum Tiere bedeutend angenehmere Zeitgenossen sind als Menschen und in „Oh nein, die verlieben sich“ gewinnt der Hörer Einsicht in die Gefühlswelt eines zurückgewiesenen „besten Freundes“. Häufig genug wird in der Lyrik aber auch klar; nicht nur die Welt um einen herum besteht aus Idioten, sondern man selbst steht genau betrachtet auch nicht besser da.

Verpackt werden diese oft trivial wirkenden, doch geschickt und hintergründig getexteten, Geschichten in eine Musik, die mit einem leichten Trashcharme daherkommt. An einigen Ecken quietscht und kratzt es gewaltig. Ein glatter Popklang hört sich ganz klar anders an, dies hier ist echte Rockmusik, die auch mal wehtun kann, denn wie in den Lyrics gibt es auch im Spiel der Musiker Platz für raue Ehrlichkeit. Wen das nicht stört und wer darüber hinaus generell etwas für die Wiener Indie-Musik übrig hat, der sollte Kreisky defintiv einmal sein Gehör schenken.

kreisky-2018-ingo-pertramer-1Fotografie: © Ingo Pertramer

 

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