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Nanook of the North ist ein polnisches Projekt, das mit dem selbstbetitelnden Debütalbum vor kurzem den Musikmarkt betrat. Das Cover und der Name verraten schon in etwa, wohin die Reise stimmungsvoll geht. Die 10 Tracks verbreiten eine kühle Atmosphäre, die allerdings nicht durchgängig bedrohlich wirkt. Stattdessen fühlt man sich, wie bei einem langen Gang durch eine weite Winterlandschaft. Mal fällt Schnee und ein kalter Wind weht einem entgegen und mal schaut man verträumt zum Horizont und genießt die kristallklare Luft. Dies sind Bilder und Gefühle, die „Nanook of the North“ zu vermitteln vermag. Die von mir empfundene Weite, sprich die Räumlichkeit im elektronisch erzeugten Klang, wird durch eine gut umgesetzte Sparsamkeit in der musikalischen Ausformulierung erzeugt. Die teilweise eher flächigen Tracks erzeugen eine Sogwirkung, die einen zum Träumen verführt. Gleichzeitig sorgt so manch seltener, aber dafür umso wirkungsvollerer, unerwarteter Bruch für überraschtes Aufhorchen.

Mit ihrem Debütalbum ist Nanook of the North ein rundes Instrumental-Ambient-Werk gelungen. Für mich persönlich teilt sich diese Art von Musik immer in zwei Lager. Das eine ist mehr zum Nebenbeihören gedacht und das andere sollte man lieber konzentriert in sich aufnehmen. „Nanook of the North“ gehört meiner Ansicht nach dem letzteren Bereich an. Gerade durch die wirklich interessanten Flächen und die wohl gesetzten Brüche würde einem beim oberflächlichen Hören einiges entgehen. Um es jederzeit aufzulegen, ist dieses Album somit vielleicht weniger geeignet, sondern eher zum aufmerksamen Genießen und zwar am besten als ganze Einheit am Stück.

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