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„This silence kills, sing for me – fill my heart with anything“

Der kurze Text des Titelsongs beschreibt das Debütalbum der ursprünglich aus Brasilien stammenden Singer/Songwriterin Dillon sehr treffend. Aus der Stille, die die Künstlerin umgibt, entsteht etwas, das sich in den zwölf Titeln dieser CD manifestiert. Es ist eine sehr introvertierte Stimmung, die verbreitet wird; Melancholie und Zerbrechlichkeit sind in den Stücken allgegenwärtig.

Instrumentiert mit Dillons Pianospiel und spannend eingesetzten elektronischen Sounds und Beats baut die Künstlerin gemeinsam mit den Mitproduzenten Tamer Fahri Özgönec und Thies Mynther eine kleine, ganz eigene in sich selbst versunkene Indie-Pop-Welt. Auf das Titelstück folgt das spielerische „Tip Tapping“, welches sowohl inhaltlich als auch musikalisch sehr kindlich daherkommt und im Gegensatz zu den anderen Songs fast schon eine leichtfüßige Note hat. Dieses kindliche Element wird durch Dillons Stimme noch unterstützt. Unschuldig und zugleich etwas rau klingt diese und verbindet damit auf den ersten Blick zwei Gegensätze, was in diesem Rahmen aber ausgezeichnet funktioniert. In „You are my winter“ zeigt die junge Frau dann die Vielseitigkeit ihres Gesangs und singt in höheren Gefilden.

Trotz der angenehmen Zurückgenommenheit in den Arrangements, kommt es doch immer wieder zu überraschenden Brüchen in den Stücken, die teilweise für wahre Gänsehautmomente sorgen, zum Beispiel im Paradebeispiel „Undying need to scream“. Das Album schließt mit „Abrupt clarity“; ein Stück, das sehr auffällig aus dem Gesamtkunstwerk heraussticht. Viel elektronischer und mit Clubbeats ausgestattet ist der Track eine weitere musikalische Überraschung.

Dillons Musik ist etwas ganz eigenes. Verglichen wird sie häufig mit anderen Künstlerinnen wie Björk und Lykke Li, was, meiner Meinung nach, ein wenig hinkt. Björks Werke strahlen – aus meiner Sicht – mehr Künstlichkeit aus und Lykke Li ist doch etwas mehr im angepassteren Pop verhaftet, was übrigens beides nicht negativ gemeint ist. Dillon nimmt jedoch, wenn man den Vergleich unbedingt braucht, vielleicht den Platz zwischen diesen beiden Damen ein. Was sie tut hat einen herrlich unangepassten Charme und genügend Ecken und Kanten, die ich an einem Künstler sehr schätze.

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