Huyghend_H1_Cover

Huyghend ist ein Musikerkollektiv, das aus sehr unterschiedlichen Charakteren besteht. Unter anderem sind dabei der Filmmusikkomponist Simon Waskow, Horrorfilmregisseur Tilman Singer und der Eventmanager Thomas Meckel. So divers die Personen hinter diesem acht Tracks beinhaltenden Debütalbum sind, so abwechslungsreich ist auch das hörbare Ergebnis der Produktionsarbeit.

Grob kann man Huyghends Stil als elektronisch geprägten Indie-Pop mit einer spannenden Lo-Fi-Attitüde  bezeichnen. Teilweise klingt der Sound etwas improvisiert, gerade was so manchen Effekt auf dem Gesang angeht. Besonders gut ist dies hörbar im ersten Track „Young guns“, der sich aus einer Soundcollage zu einem gemächlichen Popsong entwickelt. Schnell und geradeaus ist auf „H1“ generell selten etwas. Die Stücke lassen sich allesamt Zeit in ihrer Entwicklung, was einerseits zu einer eher entspannten Atmosphäre führt, andererseits aber auch dem Hörer etwas Konzentration abverlangt. Denn nur so entgeht ihm auch wirklich kein Detail dieses Klanggebräus. Der 9-minütige Abschluss „Mexico“ ist auch gleichzeitig mein persönlicher Höhepunkt des Albums und geleitet den Hörer als stimmungsmäßigen Bruch etwas temporeicher aus dem Gesamtwerk.

Wer also etwas versponnene und experimentelle Popmusik zu schätzen weiß, sollte hier ruhig einmal ein Ohr riskieren. Die Stücke sind definitiv anders als das, was man sonst häufig serviert bekommt, nämlich etwas sperrig und damit auch mit einer längeren Haltbarkeit gesegnet.

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