unter wölfen

Wieder so ein Cover, das mir auf Anhieb gefällt. Wölfe sind einfach edel wirkende Tiere, die sofort starke Assoziationen in einem wecken, bei einigen positive und bei anderen negative. Mystigmas fünftes Album greift dieses ambivalente Motiv des Wolfes auf, was zu ihrem durchgehend düsteren Sound hervorragend passt.

Der Opener „Geschrieben in Blut“ verbindet wie gewohnt rockige Gitarrenriffs und treibendes Schlagzeug mit der alles durchdringenden Melancholie, die Sänger und Texter Torsten Bäumer stimmlich gut und ansprechend transportiert. Diese Mischung präsentiert die Band in allen  12 Tracks des Albums, die insgesamt ziemlich homogen daher kommen. Hier und da kommen an die 1980er erinnernde Elektroelemente zum Einsatz, besonders in „Neptuns Mond“ und auch der in der Szene bekannte Cellist Benni Cellini gibt sich die Ehre. Trotzdem;  es gibt keine Hits im eigentlichen Sinne, allerdings auch keine Stimmungskiller. Lyrisch beschäftigen Mystigma sich nicht nur mit den negativen Gefühlen des persönlichen Seins, sondern richten den Blick des öfteren auch auf ihre Umwelt und zeigen sich vermehrt gesellschaftskritisch. Empfohlen seien hier die Stücke „Kriegsspuren“ oder „Leere Worte“.

Die Band um die Brüder Bäumer wandeln weiterhin auf ihren gewohnten musikalischen Pfaden und bleiben sich treu. Der ein oder andere mag ihnen bereits Kreativlosigkeit und Stagnation vorgeworfen haben, jedoch liefern die Musiker in ihrem Klangkosmos qualitativ hochwertig produzierten Dark Rock ab. Und das ist häufig doch besser, als misslungene Experimente zu veröffentlichen, nur um besonders originell auszusehen. In diesem Sinne denke ich, werden sich die Fans über „Unter Wölfen“ freuen und auch ich, der die Truppe vorher noch nicht kannte, werde die CD noch öfter in den Player legen.

Advertisements