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Six Foot Six ist ein neues Projekt des schwedischen Sängers und Gitarristen Kristoffer Göbel, der bereits von Bands wie Falconer, Destiny und Aldaria bekannt ist. Das Album, welches er nun unter dem unmissverständlichen Namen „The Six Foot Six Project“ auf den Markt gebracht hat, bewegt sich stilistisch im melodischen Heavy Metal mit Elementen aus dem Power Metal und hier und da einem leichten Schuss poppigen Rock-Feeling.

Der Opener „Virus inside“ wurde bereits als Appetithappen im Vorfeld veröffentlicht, was eine gute Wahl war, denn dieses Midtempostück vereint bereits die markanten Merkmale, die sich auf dem gesamten Album wiederfinden lassen: mitreißende Gitarrenriffs, verfeinert mit eingängigen Melodien und Soli und der kraftvollen, professionell agierenden Gesangsstimme des Masterminds. Etwas flotter geht es mit „Bleed for mankind“ weiter, bevor in „Falling sparrow“ gekonnt powervolle Choreinsätze in den Refrain eingewoben werden. „Frozen in time“ wiederum ist ein gutes Beispiel für den oben angesprochenen Pop-Rock-Einfluss. Übrigens war dieses Stück nach dem ersten Hören sofort einer meiner Favoriten, genau wie das später folgende „Anomina“. „Pride and glory“ und „Test of time“ gehen rifftechnisch in eine härtere Richtung. Am meisten allerdings überraschte mich das Lied „In defiance“, bei dessen Intro ich kurz die Stirn runzeln musste, bevor mir einfiel, was mich so stutzig machte. „Irgendwo her kenne ich das doch“, dachte ich und behielt begeistert Recht. Six Foot Six covern hier einen Song der englisch-irischen Elektro-Pop-Gruppe VNV Nation und das auf so ungezwungene Weise, dass wahrscheinlich niemand, der das Original nicht kennt, auf den Gedanken kommen könnte, dass es sich hierbei um eine Fremdkomposition handeln könnte. Das Stück fügt sich mit Leichtigkeit nahtlos in den dargebotenen Klangkosmos ein. Den Schlusspunkt bildet die hervorragende Rockballade „Ephemeral“, die eine weite, angenehme Melancholie vermittelt und im Refrain sehr vielschichtig daherkommt.

Jedem Freund von melodischem und nicht zu hartem Metal möchte ich „The Six Foot Six Project“ wärmstens empfehlen. Können trifft hier auf Kreativität, ohrwurmtaugliche Gesangsmelodien auf wohlbedacht ausgearbeitete Instrumentale, die zusätzlich noch durch ihre saubere und druckvolle Produktion erfreuen. Ganz großes Kompliment für dieses Album!

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