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Als Vorbote aus dem nächsten Blutengel-Longplayer „Un:Gott“ wurde vor kurzem die Singleauskopplung unter dem bezeichnenden Titel „Vampire“ auf den Markt gebracht. Diese setzt den eingeschlagenen musikalischen Weg konsequent fort. Kräftige Beats eröffnen den Titelsong, der sich schnell als typisches Tanzflächenstück entpuppt. Der Refrain ist eingängig und der Sound gewohnt bombastisch und mitreißend produziert. Die Clubtauglichkeit wird in dem Remix von Pseudokrupp Project noch weiter in den Vordergrund gestellt, während die Six-Faces-Version etwas rockiger daherkommt. Durch die Wechsel zwischen wohl gesetzter Sparsamkeit und klangvoller Größe finde ich letzteren die wesentlich spannender arrangierte Neu-Interpretation. Den Abschluss dieser Single bildet die Ballade „Auf deinen Wegen“, die sich nahtlos in die Sammlung aus emotionalen, ruhigen Songs, wie „Am Ziel“, „Ein Augenblick“ und „Der Regen fällt“ einreiht. Der verhaltene Beginn steigert sich immer weiter bis zum eindrucksvollen Finale, was zu gefallen weiß.

„Vampire“ vermittelt mir als Vorab-Auskopplung den Eindruck, als müssten die Fans mit einem typischen Blutengel-Album rechnen. Auf den gewohnten überwiegend elektronischen Sound der letzten Alben wird auf gelungene Weise auch bei den beiden neuen Stücken gesetzt, auch, wenn ich hoffe, dass Ulrike Goldmann in Zukunft wieder etwas mehr Einsatz zugeteilt bekommt. Hier steht ihre Stimme leider sehr im Hintergrund. Mastermind Chris Pohl interpretiert zwar auch sehr souverän, allerdings schätze ich bei Blutengel-Alben die Abwechslung. Wir werden sehen, wie die Entwicklung weitergeht, wenn „Un:Gott“ erscheint. Die typischen Trademarks sind jedoch erwartungsgemäß wieder da: Tanzbarkeit, Eingängigkeit und die gewohnte poppige Düsternis.

 

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